Besteht ein Zusammenhang zwischen Handynutzung und Schlafqualität? Auf jeden Fall.
Sich im Bett hin- und herzuwälzen und dabei durch soziale Medien zu scrollen, ist in der modernen Welt zu einer Art Laster geworden – ein allnächtlicher Kreislauf, den viele von uns nur zu gut kennen. Doch Ist es schädlich, mit dem Handy zu schlafen? Welche Verbindung besteht zwischen Handynutzung und Schlafqualität, und wie wirkt sich das auf das Gehirn aus? Wir haben untersucht, welche Auswirkungen diese Gewohnheit auf das Wohlbefinden hat, und so viel sei verraten: Das Ergebnis ist wenig schmeichelhaft.
Nebenwirkungen der abendlichen Handynutzung
Es ist wissenschaftlich belegt: Der Körper kennt uns besser, als wir uns selbst kennen – vor allem, wenn es darum geht, abends zur Ruhe zu kommen und neue Energie zu tanken. Das Gehirn nimmt alles, was mit dem späten Abend einhergeht (also fehlendes Sonnenlicht, bestimmte Gerüche und Geräusche), als Signal, endlich unter die Decke zu kriechen und den dringend benötigten Schlaf zu finden. Doch wenn Technik im Spiel ist, funktioniert die Umsetzung dieser natürlichen Instinkte nicht immer so reibungslos.
Angesichts des Suchtpotenzials, das unsere Smartphones fördern, scheint es fast unmöglich, sich vor dem Schlafengehen davon zu lösen – und das am liebsten von jetzt auf gleich. Es ist verlockend, abends das Handy zu nutzen durch verschiedene Feeds zu scrollen, Memes mit Freunden zu teilen oder im Bett noch schnell ein paar witzige Fakten nachzuschlagen. Man tut es zur Unterhaltung, in der Hoffnung, dass es nach einem besonders stressigen Tag für Entspannung sorgt. In Wirklichkeit richtet es mehr Schaden als Nutzen an. Anstatt das System zu beruhigen, regt Bildschirmzeit sowohl Körper als auch Geist auf eine Weise an, die gesunde Schlafzyklen gezielt stört.
„Das Licht unserer Bildschirme kann den Übergang in den Schlaf verzögern, selbst wenn wir uns mit beruhigenden Aktivitäten online beschäftigen“, erklärt Joanna Cooper, M.D., Neurologin und Schlafmedizinerin bei der Sutter East Bay Medical Foundation. „Der Zeitpunkt von Schlaf und Wachsein wird von zwei Bereichen im Gehirn gesteuert. Der eine reagiert stark auf Licht und fördert das Wachsein, während der andere, die Zirbeldrüse, das Schlafhormon Melatonin ausschüttet, sobald das Licht am Abend schwächer wird.“
Wenn das Gehirn ständiger Reizüberflutung ausgesetzt ist, schaltet es in den Kampf-oder-Flucht-Modus. Cortisol, ein Stresshormon, wird ausgeschüttet, während die Produktion von Melatonin, einem Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert und als Reaktion auf Dunkelheit gebildet wird, gehemmt wird. Das ist genau das Gegenteil von dem, was wir für eine erholsame Nachtruhe brauchen.
Weniger Technik, mehr Glück
Doch der Einfluss von Technologie geht über die Schlafqualität hinaus. Eine Studie aus dem Jahr 2018 untersuchte genauer, ob die Handynutzung im Schlafzimmer Glück und Wohlbefinden beeinträchtigen kann. Veröffentlicht in der Fachzeitschrift Computers in Human Behavior und von Nicola Hughes von der University of East London verfasst wurde, sollte die Hälfte der Teilnehmer vorübergehend auf die Handynutzung im Schlafzimmer verzichten. Die andere Hälfte durfte ihr Handy wie gewohnt vor dem Schlafengehen und nach dem Aufwachen nutzen.
Am Ende der Studie stellte Hughes fest, dass sich bei denjenigen, die ihre Handynutzung einschränkten, die Lebensqualität bereits nach einer Woche verbesserte. Sie teilten den Forschern mit dass das Fernhalten ihres Handys aus dem Schlafzimmer ihren Schlaf und ihre Beziehungen spürbar verbesserte und ihre Ängste verringerte.
Wie lange vor dem Schlafengehen sollten Sie Ihr Handy weglegen?
Laut Die National Sleep Foundationwird die beste Schlafqualität erreicht, wenn elektronische Geräte 30 Minuten vor dem Schlafengehen beiseitegelegt werden. Warum? Ihr Gehirn hält das blaues Licht das von Ihrem Handybildschirm ausgeht, für Sonnenlicht hält und dadurch verzögert den Schlaf. Wenn Sie die Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen einschränken oder sich sogar eine „kein Handy vor dem Schlafen“-Regel auferlegen, hilft das, Ihren Schlafrhythmus stabil und Ihre Schlafqualität beneidenswert zu halten. Ja, es ist wirklich so einfach: Verabschieden Sie sich vom nächtlichen Scrollen.
Wie Sie nachts weniger zum Handy greifen
Schlaf und Handys passen einfach nicht zusammen. Um besser zu schlafen, ist es wichtig, Ihre Gewohnheiten zu ändern. Und das Tracken Ihres Schlafs per Handy-App bringt vielleicht weniger, als Sie denken.
Wie bereits erwähnt, wirkt Bildschirmzeit anregend. Eine einfache Gegenmaßnahme? Behandeln Sie Ihr Schlafzimmer wie einen Rückzugsort und lassen Sie Ihr Handy in einem anderen Raum, außer Reichweite, sobald die Schlafenszeit naht. Natürlich sind wir der Loftie-Uhr nicht ganz unvoreingenommen: Mit ihr bekommen Sie Einschlafhilfen wie Meditationen, Musik und weißes Rauschen, ganz ohne Handy. Aber genauso gut können Sie sich für ein gutes altes Buch und eine Tasse heißen Tee entscheiden, wenn Sie Ihr Abendritual aufwerten möchten. Das Ergebnis: ein glücklicheres, gesünderes, energiegeladeneres Ich.















