Zwei identische Tage. An beiden scheint die Sonne und die Vögel zwitschern. Doch an einem Tag wachen Sie lächelnd auf und haben das Gefühl, alles ist gut, während Sie am anderen Tag das Licht in den Augen sticht und das Zwitschern in den Ohren schmerzt. Woran könnte der Unterschied zwischen Morgen 1 und Morgen 2 liegen? Es könnte am Unterschied liegen, wie viel REM-Schlaf Sie in der Nacht zuvor hatten. Aber was genau ist REM-Schlaf eigentlich, und warum sollte er Sie interessieren?

Was ist REM-Schlaf?

REM steht für Rapid Eye Movement und ist einer der Faktoren, die zu einem erholsamen Schlaf beitragen. REM ist die aktivste Phase im gesamten Schlafzyklus, in der „sich die Augen hinter geschlossenen Lidern schnell bewegen und die Gehirnaktivität aus kleineren, schnelleren Wellen besteht, den sogenannten Theta-Wellen, die dem Wachzustand ähneln.” REM-Phasen können mehrmals pro Nacht auftreten, jede bis zu 90 Minuten lang, und spielen eine wichtige Rolle beim Träumen, für das Gedächtnis, die emotionale Verarbeitung und eine gesunde Gehirnentwicklung. Zu den Vorteilen des REM-Schlafs gehören eine bessere Merkfähigkeit, ein erholsamerer Schlaf und eine bessere Stimmung. 

Hatten Sie schon einmal einen Traum, in dem Sie eine Situation vom Tag noch einmal durchlebt haben? Vielleicht etwas Neues gelernt, wie eine Choreografie oder einen neuen Schachzug? Während des REM-Schlafs setzt Ihr Gehirn diese neuen Lerninhalte und Fähigkeiten in eine Reihenfolge. So schneidet und speichert Ihr Gehirn quasi die einzelnen Schritte im Gedächtnis ab.

Wie detailliert sind Ihre Träume? Können Sie die Gesichtszüge einer Person erkennen, mit der Sie interagieren? Und die Farben – sind sie kräftig? Auch das liegt am REM-Schlaf. REM trägt dazu bei, wie detailreich und lebendig ein Traum sein kann. REM-Schlaf und Träume hängen eng zusammen – je besser die Schlafqualität, desto fesselnder ist oft der Traum. 

Kennen Sie den Spruch: „Geh nicht wütend ins Bett“? Meistens ist das ein Ratschlag von Paarberatern oder langjährigen Ehepaaren. Aber es gibt noch einen anderen Zusammenhang, in dem das eine Rolle spielt: die Schlafqualität. Während des REM-Schlafs verarbeitet Ihr Gehirn Emotionen, sodass Sie die Situation im Kopf noch einmal durchspielen könnten – wer was gesagt hat, was Sie gesagt haben, was Sie sollten hätten Sie stattdessen sagen sollen, und so weiter. Sie wälzen sich hin und her. Am nächsten Morgen sind Sie noch gereizter und zerknautschter als am Abend zuvor. Hätten Sie Ihren Ärger dagegen schon vor dem Schlafengehen losgeworden, hätte Ihr Gehirn während des REM-Schlafs vielleicht sogar geholfen, das Problem zu lösen. Dann wären Sie am nächsten Tag vielleicht erfrischt und mit neuen Antworten aufgewacht.  

Was passiert, wenn Sie nicht genug REM-Schlaf bekommen

Da Ihr Gehirn während des REM-Schlafs aktiv für Sie arbeitet, um Erlebnisse, Gefühle und neu Gelerntes zu verarbeiten, hat zu wenig erholsamer Schlaf durchaus seinen Preis. Tatsächlich können sich die Auswirkungen von weniger Schlaf (und weniger REM) im Laufe der Zeit auf folgende Weise in Ihrem Alltag zeigen: 

  •     Konzentrationsschwierigkeiten tagsüber
  •     Vergesslichkeit oder schlechtes Gedächtnis
  •     Übermäßige Müdigkeit tagsüber

Langfristig wird chronischer Schlafmangel mit gesundheitlichen Problemen wie Diabetes, Depressionen, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die Bedeutung des REM-Schlafs kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, und sie zu respektieren ist ein wichtiger Baustein für ein gesünderes, besseres Leben. 

 

Wie Sie mehr REM-Schlaf bekommen

Wenn Sie sich beim Lesen dieser Liste in den Symptomen wiedererkennen, keine Sorge. Vielleicht können Sie mit einem der REM-edies (verstehen Sie den Wortwitz?) der Experten gegensteuern. Es gibt zwar keine einfache Möglichkeit, den REM-Schlaf gezielt zu messen (die meisten handelsüblichen Schlaftracker sind bei diesem Wert nicht sehr genau), aber da der REM-Schlaf etwa 20-25 % Ihrer gesamten Schlafzeit ausmacht, gibt es einen einfachen Weg zu mehr REM-Schlaf: mehr Schlaf insgesamt. 

Für die bestmögliche Nachtruhe empfehlen Experten: 

  • Elektronische Geräte etwa eine halbe bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen ausschalten.
  • Störendes Licht und störenden Lärm blockieren.
  • In einem kühlen Raum schlafen.
  • Sich bei Schlafapnoe Hilfe holen.
  • Sich an einen festen Schlafrhythmus halten, um Körper und Geist ans Runterfahren und Aufwachen zu gewöhnen. 

Und falls das Aufwachen mitten in der Nacht Ihnen wertvolle REM-Zeit raubt, haben wir hier ein paar praktische Tipps von Loftie Wie Sie wieder in den Schlaf finden.

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